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Vor rund 2000 Jahren brachte das Waldjägervolk der Kelten, welches sich damals an Rhone und Loire ansiedelte, eine besonders passionierte Jagdhunderasse mit nach Mitteleuropa, die ihnen hervorragende Jagdbegleiter waren und beim nachstellen auf Wild durch ihre Nasenarbeit wesentlich geschickter waren, als die Hunde, die den Menschen vor Ort bis dato dienten. Bracken (lat.: peragitare= vor sich her treiben, heftig jagen) sind die älteste, bekannte Hunderasse der Welt, welche sich der Mensch für seine Zwecke zu Nutze machte. Aus dieser “Keltenbracke” oder “Sergusier” züchteten Klosterbrüder in den belgischen Ardennen im frühen Mittelalter eine außergewöhnlich feinsinnige Jagdhunderasse für die adelige Hochwildjagd, deren Fähigkeiten sie bis weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannt machen sollte. Mit der Bezeichnung “Chien St. Hubert” gaben sie der Rasse den Namen ihres Klosters, in dem die Gebeine des Schutzheiligen der Jäger, St. Hubertus liegen, die dort am 3. November 743 ihre letzte Ruhestätte fanden.
Es war die Geburtsstunde des Hubertushundes, wovon ein Schlag die heutigen Bracken vom Typ Ardennenbracke darstellen. Die Hirschmeutehunde aus der Abtei genossen ein derart hohes Ansehen, dass Sie von vielen europäischen Königs- und Fürstenhäusern für die Parforce-Jagd geordert wurden. Bei diesen Jagden kamen zum Teil mehrere Hundert Hunde zum Einsatz, die verschiedene, strategische Aufgaben zu erfüllen hatten. Neben den schnellen Laufhunden zur Hetze, die hauptsächlich auf Sicht jagten (heutige Windhunde) und den “Packern”, den heutigen Doggen, waren Bracken die Leithunde, die eine verloren gegangene Fährte präzise anzeigten und wieder aufnahmen. Die Mönche erschufen somit den Urvater der heutigen, intermediären und westlichen Bracken sowie der Schweißhunderassen.
Wie moderne Kynologen bescheinigen, hat sich die antike, jagdlich hoch passionierte Keltenbracke genetisch am reinsten im St. Hubertushund erhalten. In der Literatur wird immer wieder von der Naturveranlagung zum Verheulen (franz.: hurleurs) geschrieben. Bei entsprechender Abrichtung schaffen es die Hunde mit dieser Lautäußerung, bei erhobenen Kopf gegen den Himmel, dem Jäger auch in unwegsamen Gelände über mehrere Kilometer gefundenes Wild zu melden. Dabei kommt ihnen die mächtige Stimme zugute, welche eine Eigenart dieser Rasse darstellt. Bereits um 1066 siedelten übrigens die ersten Hubertushunde nach England, wo sie ebenfalls lange Zeit als Jagd- und Suchhunde für Kriminelle bei der Polizei bis ins 19. Jahrhundert (Lumpenhunde) im Einsatz waren. Diese und weitere wichtige Eigenschaften vereinigte der Bracke aus den Ardennen in sich und war daher auch der beste Leithund und sicherste Hirschmeutenhund. Als solcher ging er vom Mittelalter bis in die Renaissance vom Kloster Saint Hubert, oder vom französischen Königshof an alle Fürsten und Jägerhöfe Westeuropas bis nach Polen.
In Polen leben diese alten Bracken heute in den bekannten Rassen „Gonczy Poskie“ und der größeren „Ogary Polskie“ Bracke weiter. Der „Ogar“ wird auch heute noch als großer Meutehund in Polen eingesetzt
Den Namen Hubertushund hat er vom Heiligen Hubertus oder dem Ardennenkloster gleichen Namens, das diesem geweiht ist. Diese Abtei wurde berühmt durch die Zucht ihrer Hubertushunde. Die Jagdmeuten und Meutejäger wurden und werden heute noch am Hubertustag dort gesegnet. Auch die Jaghunde der Abtei St. Hubert sind von Hause aus hurleurs. Leider wurde der Hubertushund (engl. bloodhound), in England nach einer Karriere als Verbrecher-Spürhund, lymphatisch als Showhund überzüchtet. Auf schwerste Form und übertriebene „hubertoide" Hautfalten an Stirn, Lefzen und Behang sind diese bloodhounds auch in England sehr selten geworden und heute reine Ausstellungshunde. Eine rühmliche und auch heute noch voll zur Jagd eingesetzte Variante ist der so genannte “walking-bloodhound“, der auch heute noch bei Parfocejagden hervorragende Such- und Hetzarbeit in der Meute leistet. Lokale Brackenrassen und -schläge dienen in Frankreich heute noch als Jagd- und Leithund (liniier) in den Hirschmeuten.
Kurzum, auch die Bracken des Balkans, Österreichs, Italiens und Spaniens gehen wohl auf den Canis segusius, die Keltenbracke, und durch sie alle hängeohrigen Jagdhunde Eurasiens zurück. Aber auch die Laufhunde der Schweiz tragen eine Menge Sergusierblut in sich. Sie zeigen im Typ ihrer verschiedenen Schläge noch deutlich den Einschlag der alten Laufhundrassen Frankreichs (chiens courents) und sind nur in den Hochgebirgsbracken leichter gezüchtet worden. Besonders im schwarzroten Juralaufhund, dessen schwerer Aargauer Schlag auch „Bruno" genannt wird, sind in Typ, Behang und Farbe die Anklänge an den französischen` Hubertushund noch unverkennbar. Ebenso im jagdlichen Charakter. Denn unter diesen Schweizer „Juraheulern" finden sich heute noch hurleurs, wie auch unter den „blauen" (schwarzgetigerten) verwandten Luzerner Laufhunden, die Fund und Verlust ihres Jagdwildes auf Spur und Fährte mit weithin hörbarem Heulen künden und auch verendetes Wild „verheulen". Dieses Heulen gegen den Himmel mit hoch erhobenem Kopf ist für den Jäger im zerrissenen Gelände viel weiter hörbar als der gewöhnliche Jagdlaut dieser Hunde. Dasselbe gilt in den ebenen großen Wäldern Frankreichs.
Die heutige Ardennenbracke stellt einen wesentlich leichteren Schlag am Stammbaum des Hubertushundes dar. Vom Gebäude her stehen Sie zwischen Rassen wie z.B. BGS, HS und Walking-Bloodhound. Bei den hochläufiger ausfallenden Hunden ist zumeist am deutlichsten phänotypisch die wiederkehrende Ursprünglichkeit sichtbar. Immer wieder „mendeln“ lange, tief angesetzte Behänge, die breite muskulöse Brust mit Vorschlag, der breite und kantige Schädel mit deutlichem Hinterhauptdorn und Stopp vor den Lichtern als altes Erbe durch. Sie vereinen Schnelligkeit, Kraft und Gewandtheit mit Intelligenz und fehlender „Dummschärfe“ genau wie Ausdauer, Wesensfestigkeit und offenem freundlichen Wesen bei sehr ausgeprägtem Fährtenwille. Diese Bracken vom Typ der Ardennenbracke werden heute wieder zur Stöberjagd auf Schalenwild, auf der Wundfährte und als ruhiger und freundlicher Familienbegleiter in den Waldjägerfamilien mit wachsender Begeisterung eingesetzt.
Veränderte waldbauliche Gegebenheiten mit viel Verjüngung und Einstandsmöglichkeiten und die Erkenntnis, dass groß angelegte Jagden mit guten Hunden auch größeren Erfolg bei weniger Jagdstress für das Wild auf das Jahr bezogen versprechen, hat beginnend vor ca. 20 Jahren eine regelrechte Renaissance aller Bracken im jagdlichen Einsatz zur Folge gehabt.
Die Bracken vom Typ der Ardennenbracke erfreuen sich heute immer größer werdender Beliebtheit im gesamten deutschen und Beneluxraum. Wegen ihrer ihr eigenen Wasserfreudigkeit und aber auch ganz besonders ihrer Wendigkeit schwenken heute selbst Gebirgsjäger der Alpenregionen auf die Ardennenbracke um. Selbst als Hilfe bei der Entenjagd und im Feld setzen einige Ardennenbrackenführer ihre Hunde ein!
Der VEREIN ARDENNENBRACKE e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bracken vom Typ Ardennenbracke zu züchten und zu erhalten und damit diese besonderen Jagdhunde der Jägerschaft zu erhalten und zu mehren. Auch Hunde in den in den 50er Jahren, die von Prince Xavier de Merode/Petersheim in Belgien gezüchtet und an SKH Albrecht von Bayern, sowie an SD Fürst Paul von Quadt zu Wykrat/Isny im Allgäu gegangen waren, machten schon zu ihrer Zeit durch ihre Leistung und ihr alles überragendes edles Erscheinungsbild von sich reden.
Heute freut sich der Verein Ardennenbracke e.V. mit passionierten Hundeführern, dass wieder Bracken vom Typ Ardennenbracke die Jagden und die Jagdausübung bereichern. Die heutigen Ardennenbracken haben unter der stetig wachsenden Zahl von Schalenwildjägern überzeugte Hundeführer (wieder-)gefunden, die sie mit ihrer Leistungsfähigkeit als Jagdgebrauchshund mehr als überzeugen.
Der Slogan der Ardennenbracken:
Hochwildjagdhunde mit Herz und Passion; leistungsstark, führerbezogen und familienfreundlich ist Programm, Erbe und Aufgabe zugleich!
Willkommen beim Verein Ardennenbracke e.V.
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